Newsletter Nr. 4
- Ajana Finger
- 4. Juni 2025
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 23. Sept. 2025
November 2023 - Marz 2024
Hallo zäme
Lange ist es her... :)
Besuch in der Schweiz
Im November 2023 hatten Nath und Mirä unabhängig von einander das Gefühl, dass wir über Weihnachten in die Schweiz gehen können. Nie vorher war es annähernd ein Gedanke. Doch als es sich dann bestätigte und wir uns entschieden zu gehen, merkten wir mit jedem Tag mehr, dass dies genau die richtige Entscheidung war. Für uns als Familie und ebenfalls für die Personen hier vor Ort. Für diesen Zeitraum planten, organisierten und besprachen wir alles mit ihnen. Wir stellten fest, dass es wirklich das beste war und staunten immer wieder, wie sie das ganze "Programm" verantwortungsbewusst und mit Freude weiterführten. WOW!
Durch die afrikanische Kultur haben sie grossen Respekt vor älteren Menschen und wir merkten, dass sie sich oftmals minderwertig fühlten. Viele Male probierten wir ihnen zu vermitteln, dass wir gleichwertig sind. Deshalb tat es ihnen sichtlich gut, dass wir ihnen dies zutrauten und vertrauten.

Als wir im Januar wieder zurückkamen, waren alle sehr happy. Links auf dem Bild kochen wir zusammen - unser nachträgliches Weihnachtsessen.
Wir sind Gott dankbar, wie er dieses Team zusammenführte.
Wir lieben es zu sehen, wie sie wachsen in ihrer Persönlichkeit, mit Jesus und wir ebenso
als ganze, grosse Familie. Klar gibt es herausfordernde Momente. Einige erlebten Rückfälle bezüglich Alkohol, Lügen, etc. Diese Dinge zusammen zu besprechen, zu vergeben und zusammen weiterzugehen, ist ebenfalls ein Teil des Family life. Nun ist mit der Rückkehr von Amberg's das Team wieder komplett.
Die Kindermorgen
Die Kidsdays am Dienstag und Samstag führen wir weiterhin fort. Da Schulferien waren, kamen umso mehr Kinder. Meist waren um die 60-70 Kinder bei uns drinnen. Vor dem Tor waren jedoch immer noch bis zu 300 Kinder, welche draussen bleiben mussten. Es ist schwierig zu selektionieren, welche Kinder wir reinliessen und welche nicht. In ihre hoffnungs- und erwartungsvollen Augen zu schauen und ihnen zu sagen, dass sie draussen bleiben müssen, ist hart. Priorität haben jedoch die Strassenkinder und Kinder welche Wunden haben.
Mittlerweile reduzierte sich die Anzahl an Kinder wieder, da die Schulferien vorüber sind. Auch stoppten wir damit, ihnen Toastbrot oder Erdnüsse zu geben, wodurch automatisch weniger kamen :) Teils marschierten sie 3 Stunden, um nur etwas Essen zu ergattern.
An diesen Kindermorgen geben wir ihnen weiterhin eine warme Mahlzeit, es wird eine Geschichte erzählt, wir spielen und singen mit ihnen. Teilweise wird auch getanzt, woran die Kinder und auch wir besonders Freude haben.
Ja, wir gewöhnten uns daran, die schmutzigen, teils stark riechenden Kinder, mit Läusen und Flöhen in die Arme zu nehmen. Am Anfang wechselten wir danach direkt die Kleider, was jetzt nicht mehr der Fall ist. :)
Einschulung von sechs Strassenjungs

Eine Woche bevor das neue Schuljahr startete, kamen 6 Strassenjungs zu uns und fragten, ob wir sie unterstützen können, um in die Schule zu gehen. Wir dachten schon vorher über dies nach. Da das neue Schuljahr zu diesem Zeitpunkt bereits begann, fingen wir sofort mit diversen Abklärungen an. Wir suchten den Sozialarbeiter von Kaabong auf und bekamen von ihm das okay sie in die Schule zu schicken. Auch führten wir Interviews mit den Jungs über ihre Herkunft, Familienverhältnisse, aktueller Schulstand, etc. durch. Mit den 3 Jungs welche noch ein Elternteil haben, suchten wir diese auf und fragten auch sie, ob sie damit einverstanden sind. Wir entschieden uns für eine Boarding Schule (Internat), damit sie eine gewisse Distanz zum Strassenleben haben. Somit müssen sie auch in der Nacht nicht mehr auf der Strasse schlafen.
Auf diesem Foto sieht man den Schlafplatz von Mark. :(
Nach inspizieren von zwei Schulen, entschieden wir uns für eine, welche von uns ca. 15 min mit dem Auto entfernt liegt. Sofort fingen wir an die nötigen Schulmaterialien einzukaufen. Matratzen, Metallboxen, Schuhe, Schulbücher, WC Papier, Zucker, Waschbecken und vieles mehr.
Drei Tage bevor wir sie in die Schule brachten, nahmen wir sie zu uns nach Hause. Es war eine sehr schöne Zeit. Wir verwöhnten sie mit gutem Essen, spielten zusammen, lernten sie wie man die Zähne putzt, über allgemeine Hygiene, wie sie sich in der Schule verhalten sollen und wie nicht ;)

Alle blühten richtig auf und man sah die Freude in ihren Grinsen.
Sie genossen es sichtlich saubere Kleider tragen zu können (ohne Läuse), täglich zu duschen, genügend Essen zu haben, einen sicheren Schlafplatz mit Matratzen und viel Liebe/Annahme zu erfahren. Es war ein kleiner Vorgeschmack auf das Kids-house.
Es erfüllte uns alle mit grosser Freude und Dankbarkeit, dass wir ihnen durch eine einfache Art helfen können. ABER es war gleichzeitig taff. Ihr könnt euch vorstellen, dass es nicht ganz einfach ist Kinder zu "erziehen", welche sich dies bisher nicht gewohnt waren.
Am 21. Februar war für sie der grosse Tag. Wir brachten sie in die Schule. Sie waren soooo aufgeregt und dankbar.
Am liebsten würden wir unserer eigene Schule gründen, aufgrund der schlechten Umstände in ugandischen Schulen. Trotzdem ist es besser für sie Bildung zu erhalten, als gar nichts zu tun. Etwas vom wertvollsten an dieser Schule ist für uns der Schulleiter. Er wuchs selbst in armen Verhältnissen auf, wodurch er ein Herz für die Strassenjungs hat. Er hat eine grosse Bereitschaft sich um sie zu kümmern und mit ihnen geduldig zu sein.
Dies ist eine WhatsApp Nachricht vom Schulleiter:
Original in Englisch Deutsche Übersetzung


Bis jetzt tauchten die Jungs mehrere Male bei uns vor dem Tor auf (Fussmarsch von ca 2 Stunden) für diverses. Am Anfang war es für sie schwer keinen Alkohol mehr zu trinken, kein Benzin zu schnüffeln, von purer Freiheit zu Strukturen zu wechseln, etc. Mittlerweile wissen wir, dass sie sich gut anklimatisiert haben, Freundschaften schliessen und sich Mühe geben. Sie versuchen die Chance zu packen. Herrlich!
Kids-House
Im letzten Freundesbrief erwähnten wir, dass wir ein Haus in Ausschau haben für die Strassen-, Waisenkinder. Dies wurde nun Realität. Am 12.12.2023, kurz vor unserem Schweizer Besuch, unterschrieben wir den Vertrag. Seither wird dieses Haus, welches mehrere Jahre unbewohnt war, fertig gestellt. Wir sind zutiefst dankbar und erleben es als eine Führung von unserem himmlischen Vater. Es war einfach bereit, ohne etwas dafür zu tun. Es ist SEIN Haus, wir seine Arbeiter und ER wird für alles nötige schauen. Was für eine Entlastung. ER wird uns alle weiteren Schritte führen.
Fun Facts
Hier ein paar Dinge worüber wir schmunzeln müssen und aufzeigt auf welchem Fleck der Erde wir leben:
Wenn Einheimische bei uns im Auto sitzen, werden sie nervös bevor sie aussteigen, weil sie nicht wissen, wie und wo sie die Autotür aufmachen können.
Ein Zeichen des Respektes ist es, wenn sie auf ihre Hand spucken, bevor sie dir zur Begrüssung die Hand geben.
Um ihre Nase zu reinigen, drücken sie das eine Nasenloch zu und atmen mit voller Wucht aus um jegliches zu entfernen. Dies meist vor unseren Füssen oder es landet alles in ihrem T-Shirt.
Wenn man morgens unterwegs ist, sieht man die meisten mit einem "Stäckli" im Mund. Ihre Art von Zähne putzen.
Ach, wir lieben die Leute hier einfach von ganzem Herzen!! Ihre fröhliche Art, trotz wirklich grossen Herausforderungen, ist beeindruckend.
Leben in Kaabong
Nachwievor ist das Leben für uns hier in Uganda die beste Lebensschule. Es gibt Tage wo wir denken, was machen wir hier. Doch wir sind sehr dankbar für diese Erfahrungen. Es ist ein Privileg hier sein zu dürfen. Es ist uns bewusst, dass Gott derjenige ist der die Welt rettet und wir einfach täglich das tun dürfen, was er uns vor die Füsse legt. Für die einzelnen Zeit zu nehmen, ihre Geschichten anzuhören und dadurch werden unsere Herzen immer wieder neu berührt. Es ist wertvoll, dass wir in den letzten Monaten viele Einblicke in die Kultur bekamen und dadurch immer besser kennen lernen und verstehen können. Dazu gehört auch die harte und gefährliche Seite. Obwohl es in den letzten Monaten deutlich friedlicher wurde, ist es weiterhin eine dunkle Region. Wir hören fast wöchentlich von Kämpfen, Morden, Schiessereien, Vergiftungen etc. Trotz alldem sind wir ruhig und haben keine Angst. Diesen Frieden kann uns nur Gott geben.
Johannes 14:27
Ja, meinen Frieden gebe ich euch - einen Frieden, den euch niemand sonst auf der Welt geben kann. Deshalb seid nicht bestürzt und habt keine Angst.
Uns als Familie geht es grundsätzlich gut, was wir zu schätzen wissen. Dankbar nicht perfekt sein zu müssen, da Jesus in unseren Schwächen stark ist.
Für uns ist es eine Herausforderung, dass wir uns nicht überarbeiten. Darum merken wir, dass wir uns vermehrt eine Auszeit als Familie gönnen, um zur Ruhe zu kommen, Zeit zusammen zu haben, zu verarbeiten/reflektieren, lecker zu essen und einfach zu sein.

Was sonst noch zu unserem Alltag gehört:
Wir unterstützen zwei alleinerziehende Frauen, mit einem Daddy-Business. (Dies sind eine Art Kekse, welche in Öl frittiert werden)
Mehreren jungen Erwachsenen halfen wir mit Schulgebühren und Materialien, um in die Schule zurück zu gehen.
Wir kochen, mit den Askaris zusammen, täglich für 3 schwer unternährte Kinder.
Tägliches Baby Sitten von Locholong Elijah.
Beziehungen pflegen.
Haus- und Spitalbesuche.
Fast tägliche Essensausgaben am Tor.
Jüngerschaft, Teachings, Fellowship.
Nachwievor Wundbehandlungen.
In Villages (Dörfern) predigen.
Fussball spielen :)
Zusammen kochen und essen
Menschen in ihren täglichen Nöten praktisch unterstützen. Z.B. Diverses reparieren.
Ein Village Besuch bi Betty's Familie
(Betty ist die Mutter von Locholong und lebt bei uns)
Ausblick
Wir planen vom 20. Juni - 25. Juli 2024 nochmals Ferien in der Schweiz zu machen. Auch der Freund von Ajana wird definitiv mit uns kommen, da sein Visa kürzlich bewilligt wurde. Wir freuen uns.
Ein riesen Dankeschön

An alle, welche uns immer wieder unterstützen.
Es berührt uns, eure ermutigenden Nachrichten in den oftmals perfekten Momenten zu erhalten.
Danke für jedes Gebet. Und für jede finanzielle Unterstützung. Liebend gerne geben wir dies hier weiter. Merci ebenfalls für die top Nähmaschine, inklusive vielem Zubehör welche wir geschenkt bekamen.
Tausend Dank für das Boda (Motorrad), welches unseren Alltag erleichtert.
Alles in allem einfach Danke!! Ihr seid goldwert!
Lovely greetings from all of us

































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